
Kronen Zeitung
SCHLIMMSTES CL-DEBÜT?
„Der Trainer hat seine Karriere komplett ruiniert“
Ein Albtraum-Debüt von Tormann Antonín Kinsky, das in die Geschichte eingehen wird. „Der Trainer hat seine Karriere komplett ruiniert“, sagte Goalie-Legende Peter Schmeichel über die bereits nach 17 Minuten erfolgte Auswechslung des 22-jährigen Tschechen beim 2:5-Debakel von Tottenham gegen Atlético Madrid.
Das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Atlético Madrid und Tottenham Hotspur hatte sich aus Sicht der Londoner zum kompletten Debakel entwickelt. Am Ende setzte es eine deutliche 2:5-Niederlage (1:4) für die Spurs.
Im Fokus stand dabei Torhüter Antonín Kinsky. Der 22-jährige Tscheche erhielt von Trainer Igor Tudor überraschend das Vertrauen und kam zu seinem Debüt in der Königsklasse – doch dieses ging komplett daneben. Bereits nach 17 Minuten nahm Tudor den Keeper wieder vom Feld.
Fehler-Serie bringt Tottenham ins Wanken
Schon in der sechsten Minute lag der Ball erstmals im Spurs-Netz. Kinsky rutschte bei einem Abspielversuch aus und ermöglichte Marcos Llorente das frühe 1:0. Nur wenige Minuten später folgte der nächste Rückschlag: Nach einem Ausrutscher von Innenverteidiger Micky van de Ven nutzte Antoine Griezmann die Situation zum 2:0. Der Tiefpunkt kam in der 15. Minute. Bei einem Rückpass schlug Kinsky über den Ball. Julian Álvarez bedankte sich und stellte auf 3:0.
Ein bitterer Rekord: Laut Opta waren es die frühesten drei Gegentore, die je eine Mannschaft in einem K.-o.-Spiel der Champions League kassierte.
Trainer Igor Tudor zog schließlich die Reißleine und ersetzte Kinsky durch Guglielmo Vicario. Doch auch der Italiener erlebte keinen besseren Start, kurz darauf traf Robin Le Normand zum zwischenzeitlichen 4:0 für Atlético.
„Er hat seine Karriere komplett ruiniert“
Die blamablen Szenen lösten auch im TV-Studio bei den Experten und Ex-Spielern Kopfschütteln aus.
„Wenn ich höre, was Igor Tudor vorher schon gesagt hat: Das passt nicht bei Tottenham, das passt nicht bei Tottenham, vorne, hinten Mittelfeld, bin Feuerwehrmann bis zum Ende der Saison. Wie soll ich jemanden in dieser Mannschaft, in diesem Verein auf meine Seite ziehen? Ich behaupte, das Wichtigste als Trainer ist, dass die Leute rausschauen und sich denken: ‘Hey, für dich gehe ich durch das Feuer.‘ Der hat bis jetzt in der Kommunikation alles schlecht gemacht, was man nur schlecht machen kann“, sagte Marko Stankovic bei Sky.
„Mein Herz bricht für ihn. Er hatte 14 schreckliche Minuten“, sagte Ex-England-Torhüter Joe Hart bei Sky Sports. „Diese Tottenham-Mannschaft ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten.“ Auch der frühere Nationalkeeper Paul Robinson zeigte sich fassungslos: „Von schlecht zu schlechter zu am Schlechtesten. Das ist eine absolute Katastrophe.“
Noch deutlicher wurde Torhüter-Legende Peter Schmeichel bei CBS Sports: „Man muss ihn mindestens bis zur Halbzeit auf dem Feld lassen. Er hat seine Karriere komplett ruiniert. Kinsky tut mir wirklich leid.“
Und was sagte der Trainer Tudor selbst? Ansgesprochen ob es die falsche Entscheidung gewesen sei, Kinsky von Beginn an spielen zu lassen. „Nachdem man gesehen hat, was passiert ist, war es sicherlich die falsche Entscheidung“, so Tudor, „aber für mich war es die richtige Entscheidung, wenn man vor dem Spiel darüber nachdenkt, denn die Mannschaft wechselte den Wettbewerb, es war der richtige Moment, dies zu tun“, sagte er gegenüber TNT Sports.„Leider ist passiert, was passiert ist, also habe ich nach 15 Minuten den Torwart ausgewechselt. Das ist nicht einfach.“
Und weiter: „Wir brauchen keinen Kommentar abzugeben, es ist nicht der richtige Moment, um viel zu sagen. Ein seltsames Spiel. Es ist passiert. Wir haben ihnen drei Tore geschenkt. Wir sind nicht gut gestartet, und die Probleme haben uns das Genick gebrochen. Sehr seltsam, sehr ungewöhnlich. Es scheint, als würde alles gegen uns laufen. Ich muss helfen und weiterarbeiten. Nicht zu viel reden, sondern mich auf das konzentrieren, was wir tun können. Es ist schwer zu erklären, ich habe so etwas in meiner 15-jährigen Karriere noch nie gesehen.“
Kinsky verschwand nach seiner Auswechslung, von Mitspielern getröstet, direkt in den Katakomben. Für den jungen Tschechen wird sein erstes Champions-League-Spiel ein Abend bleiben, den er (leider) nicht vergessen wird.
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Bild: AP/Jose Breton















